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niemals verantworten könnteſt. Nein, wir engagiren eine Wärte⸗ rin, und—“—
„Du bedenkſt die Koſten nicht, Bertram!“
„Wir beſtreiten ſie von dem, was wir von dem alten Manne erhalten haben. Vielleicht gelingt es mir, den Reiter zu entdecken, der das Unglück verſchuldet hat, er ſoll die Kurkoſten zahlen, und wenn ſeine Mittel nicht dazu ausreichen, nun wohl, dann thun wir es.“
„Du haſt den Reiter nicht erkannt?“ fragte Laura ſinnend.
„Nein“
„Vielleicht war es ein vornehmer Herr!“
„Möglich, die Vornehmen haben ja das Privilegium, oder ſie nehmen es wenigſtens ſich heraus, ich werde die Sache der Polizei anzeigen und nicht ruhen, bis ich Gewißheit erhalten habe. Und nun kein Wort weiter, Geliebte, ſei ſo gut und beſorge mir et⸗ was Zuckerwaſſer und ein gutes Buch, damit ich die Zeit herum⸗ bringe.“
Laura wagte jetzt nicht mehr, einen Einwurf zu machen, im Großen und Ganzen mußte ſie ja ihrem Verlobten Recht geben, und ſie ſelbſt fühlte ſich auch in der That zu ermüdet, um für heute die Nachtwache zu übernehmen.
Sie brachte ihm Alles, was er bedurfte und wünſchte, und Bertram nahm an dem Lager des Verwundeten Platz.
Er mußte ſich unwillkürlich der Scene in der Reſtauration er⸗ innern, der Gereiztheit, mit der der Majoratsherr von Oſthofen aufgetreten war, und es ſtieg eine leiſe Vermuthung in ihm auf, ob nicht am Ende der Majoratsherr ſelbſt der Reiter geweſen ſei, der während des Heimritts ſeinen Widerſacher an der Stimme er⸗ kannt und abſichtlich ihu niedergeritten habe, um eine niedrige Rache an ihm zu nehmen..
Es war nur eine Vermuthung, die ſich auf ſehr ſchwache Gründe ſtützte, und es war vielleicht Thorheit, dieſer Vermuthung nach zu grübeln, aber die Gedanken des jungen Mannes kehrten doch immer wieder zu ihr zurück, und in ſeiner Seele reifte all⸗ mälig der Entſchluß, ſich darüber Gewißheit zu verſchaffen und ſchon am nächſten Tage mit ſeinen Nachforſchungen zu beginnen.


