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„Ich gehe meinen eignen Weg,“ ſagte Willy, in dem er einen ſchwachen Verſuch machte, den Kopf in den Nacken zu werfen.
„So, ſo,“ brummte Auerbach mit einem lauernden Seitenblick auf den Freund,„den eignen Weg! Aber die Frau Mama—“
„Schweige über meine Mutter!“ fiel Willy ihm barſch in's Wort.„Du kannſt mir ſagen, was Du willſt, aber meine Mutter ſollſt Du in Ruhe laſſen. Sie iſt beſſer, als wir Alle.“
„Da haben wir's ja! Ein moraliſcher Kater—“
„Unſinn, ich denke nicht daran! Gute Nacht.“
„Na, na, die Sache wird bedenklich,“ ſagte Auerbach leiſe, als Willy ſich entfernt hatte,„der Einfluß der Mutter macht ſich wie⸗ der geltend—“
„Und dem ſollten Sie nicht entgegentreten,“ unterbrach Schwa⸗ nenthal ihn,„auf die Dauer werden Sie keinen Dank damit ernten.“
„Dant? Den erwarte ich nie!“
„Und welchen Vortheil haben Sie dayon, daß Sie Rodenberg zwingen wollen auf dieſer ſchlimmen und gefährlichen Bahn zu bleiben?“
„Ich? Gar keinen! Gewöhnlich glaubt der Menſch, wenn er nur Worte hört, es müſſe ſich dabei auch etwas denken laſſen! Pah, grau, theurer Freund, iſt alle Theorie und grün des Lebens goldner Baum. Der Vortheil iſt allein auf ſeiner Seite. Wenn er ſeiner Mutter folgt, kehrt er in die Geſellſchaft zurück, und es kann dann nicht ausbleiben, daß er von allen Seiten Fußtritte erhält. Die aber moͤchte ich ihm erſparen!“
„Auch gegen ſeinen Willen?“
„Es iſt meine Pflicht. Er kennt die Welt noch nicht, ich muß ihn auf die Gefahren aufmerkſam machen, und er ſollte ſich freuen, daß er einen ſo erfahrenen Mentor gefunden hat.“
Damit hatte Auerbach ſeinen Hut aufgeſetzt, er ſchob ſeinen Arm in den Arm des jungen Mannes und verließ mit ihm die Schenke.
„Seine Mutter hat natürlich keine Freude daran, ſagte er, als ſie draußen auf der Straße waren,„die Weiber wollen immer regieren.“
„Immer?“ fragte Schwanenthal zweifelnd.
„Jawohl, immer! Deshalb hüten Sie ſich, mein Freund, es


