Druckschrift 
Der Bastard oder eine Mutter aus dem Volk und der Mann von Adel. 1. Bd.
Entstehung
Düsseldorf [o.J.]
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Heute Nachmittag! Sie können mich am Waldſaume erwar⸗ ten. Und was die Niederlegung des Waldes betrifft, fügte der Majoratsherr hinzu, ſo wollen wir uns das noch näh⸗ überlegen, einſtweilen brauchen Sie noch keine Sorgen zu hegen, einen ſo alten treuen Diener betrübe ich nicht gerne.

In den Angen Leberechts leuchtete es freudig auf, und dieſe innere Freude ſpiegelte ſich auch in dem Blick, mit dem er dem Baron nachſchaute.

So ſtand er eine geraume Weile, dann ſchien er plötzlich ſich des Verwalters zu erinnern. Er ging in das Sommerhaus zu⸗ rück, in demſelben Augenblick ſtieg Wortmann aus der dunkelen Oeffnung der Fallthüre empor.

Nun? fragte der Förſter.Habt Ihr etwas entdeckt?

Wortmann blickte ihn forſchend an, ſein Geſicht war bleich und in ſeinen Zügen ſpiegelte ſich eine fieberhafte Aufregung.

Was iſt Euch begegnet? erwiderte er.

Der Baron war hier.

Suchte er mich?

Bewahre, er hat mir nur geſagt, daß der Wald einſtweilen noch nicht niedergelegt werden ſoll, es ſcheint denn doch, daß meine warnenden Worte Eindruck auf ihn gemacht haben.

Glaubt Ihr das wirklich? ſpottete der Verwalter.

Und weshalb ſoll ich es nicht glauben? Der Majoratsherr hat ja ſelbſt mir die Verſicherung gegeben! Wir gehen heut Nachmittag in den Wald, um das Geld zu ſuchen.

So, ſo, na, dann wünſche ich, daß Iht es finden mögt!

Ihr ſagt das ſo ſpöttiſch habt Ihr vielleicht eine Ent⸗ deckung gemacht?

Ich? Nein! erwiderte Wortmann mit ſeltſamer Haſt.Ich glaube jetzt auch, daß der rothe Franz der Thäter iſt; wenn der Baron Euch fragen ſollte, wie ich darüber denke, ſo antwortet ihm nur dasſelbe, was ich jetzt Euch geſagt habe.

Damit wandte er ihm den Rücken, und in der nächſten Mi⸗ nute hatte er das Sommerhaus verlaſſen.

Der Förſter blickte ihm kopfſchüttelnd nach, und als der Ver⸗ walter ſeinem. Blicke entſchwunden war, ſchritt auch er in Ge⸗ danken verſunken von dannen.

op