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Der Bastard oder eine Mutter aus dem Volk und der Mann von Adel. 1. Bd.
Entstehung
Düsseldorf [o.J.]
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herr, ſich hochaufrichtend, und ein flammender Blitz zuckte aue ſeinen Augen, ein Wetterleuchten, das den nahenden Sturm an⸗ kündigte.

„Ich will Dir darin gewiß nicht entgegentreten“, ſagte die Baroneſſe in ihrer ſauften ſchüchternen Weiſe, die den noch immer nagenden Seelenſchmerz erkennen ließ,„aber ich meine auch, es ſei nun genug geſchehen, und ſelbſt Dein Gewiſſen könne Dir nicht den leiſeſten Vorwurf machen, wenn Du mit dem, was Du gethan haſt, Dich begnügen wollteſt.“

„Und wollte ich es auch, ich dürfte es nicht, Adelaide, das Teſtament meines Vaters verpflichtet mich ja, zwanzig Jahre hin⸗ durch alljährlich eine öffentliche Aufforderung in den geleſenſten Zeitungen Europa's und Amerika's zu erlaſſen. Erſt wenn aud die letzte dieſer Aufforderungen reſultatlos geblieben iſt, darf ich mich rechtlich und geſetzlich als den Majoratsherrn von Oſthofen betrachten.“

Bruno machte eine Bewegung der Ungeduld, ihm gefiel offenbar dieſes zähe Feſthalten an den Beſtimmungen des Teſtaments nicht, aber er kannte auch den ehrenhaften Charakter ſeines Vaters zu genau, um nicht zu wiſſen, daß jeder Proteſt dagegen fruchtlos ſein würde.

„So ſtehen wir alſo gewiſſermaßen auf einem Vulkane, deſſen Ausbruch ſtündlich erfolgen kann“, ſagte er, die Brauen leicht zuſammienziehend,„und die Mühe und Arbeit ſo vieler Jahre wäre dann vergeblich geweſen.“

„Den Lohn für dieſe Mühe und Arbeit ſnche ich dann in dem Bewußtſein, meine Pflicht erfüllt zu haben,“ entgegnete Baron Udo.„Und damit ſei es genug! Die Mittheilungen, die ich Euch machen wollte, habe ich gemacht, ich möchte nichts mehr hinzu⸗ fügen. Was aber Deinen leiſen Vorwurf betrifft, Adelaide, ſo bitte ich Dich nach einmal, endlich dieſen trüben Gedanken zu entſagen und die bekümmerte Seele auſzurichten an dem alten, fromme Ergebung hauchenden Spruch: Der Herr hat's gegeben, der Herr hat's genommen, der Name des Herrn ſei gelobt!“

Die Baroneſſe wiegte ablehnend das Haupt, und wieder ſchimmerten Thränen in ihren Augen, die flehend auf den Gatten gerichtet waren.

„Ich kann dieſen Zweifeln nicht gebieten, Udo,“ ſagte ſie mit

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