1. Kapitel.
Der Fluch der Geburt.
—
„Men lieber Freund, ich bringe Ihnen die frohe Botſchaft, daß die Preisrichter Ihrem prächtigen Gemälde den erſten Preis zuerkannt haben!“
Es war an einem hellen, ſonnigen Frühlingsmorgen, als die blendend ſchöne, gefeierte Sängerin Arabella Grimaldi mit dieſen Worten in das Atelier des jungen Malers Willy Rodenberg trat.
Freudig überraſcht hatte der Maler ſich erhoben, mit leuch⸗ tendem Blick kam er der Sängerin entgegen, und als nun die Beiden Hand in Hand einander gegenüberſtanden und durch das hohe Fenſter ein goldiger Sonnenſtrahl auf ſie fiel, da durfte man in Wahrheit behaupten, daß es kein ſchöneres Paar in der weiten Gotteswelt geben könne.
Beide waren hohe, ſchlanke Geſtalten, umfloſſen von dem Zauber jugendlicher Anmuth, noch unberührt von jenen Leiden— ſchaften, die dem jungen Menſchenherzen neben ſüßer Luſt manch bittres Leid ſchaffen.
„Ich danke Ihnen aus vollem Herzen für dieſe angenehme Nachricht,“ erwiderte Willy, und in ſeinen blauen Augen leuchteſe noch einmal die reinſte Freude auf,„ſie iſt mir um ſo will— kommener, weil Sie es ſind, die ſie mir gebracht hat.“
„Und dieſe verdiente Anerkennung wird Sie anſpornen, raſt— los weiter zu ſtreben,“ ſagte Arabella, während ſie einen raſchen prüfenden Blick durch das Atelier warf, in welchem jene Unord⸗ nung herrſchte, die man mit dem Worte„genial“ zu bezeichnen pflegt„Vielleicht werden Sie den„ einer Kunſtreiſe nach Italien benutzen.
)
e1
hnen zuerkannten Preis zu


