206
digt und das Todesurtheil dahin gemildert, daß öffentlich ſein ritterliches Schwert über ſeinem Haupte entzwei ge⸗ brochen und er ſeiner Rechte als engliſcher Unterthan für Zeit ſeines Lebens verluſtig erklärt wurde. Ich weiß nicht, ob Ritter Manning ſich dieſes ſehr zu Herzen genommen, wenigſtens erzählt man, daß er in einem öffentlichen Hauſe in London ein großes Abſchiedsfeſt gegeben habe, wobei Leute ſeines Schlages, Trinker, Spieler und die ſogenann⸗ ten jungen Kavaliere, deren Heldenthaten in Störungen der nächtlichen Ruhe, Durchprügeln der Wachtleute und ſonſtigen derlei Bübereien beſtehen, verſammelt waren. Es ſoll dabei ſtandalös zugegangen ſein, und Sir Manning reiſte wenige Tage darauf ab,— wohin, weiß Niemand, mein Vater verlangte nun wiederholt ſeine Ehrenerklä⸗ rung, die man ihm dann auch nicht länger verweigerte; aber die Art und Weiſe, wie dieſe abgefaßt war und wo⸗ bei ihm zum Vorwurfe gemacht wurde, nicht früher ſchon ein beſſeres Augenmerk auf den Fortkommandanten Wil⸗ liam Manning verwendet zu haben, verdroß meinen Vater ſo ſehr, daß er über Hals und Kopf packen ließ, und wir ſchon nach wenigen Tagen England verließen. Es war eine äußerſt unangenehme Reiſe, denke Dir, liebe Helene, die kalte Jahreszeit, ſtürmiſches Wetter, einen Reiſebegleiter, der in ſeinem Stolze beleidigt, in ſei⸗ ner Ehre gekränkt ſtets in übler Laune war, und dazu die


