Teil eines Werkes 
2. Theil (1826)
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ſchien ihre Schönheit himmliſch, ihre Sprache überirdiſch zu ſeyn; kein ſchwarzer Verdacht ruhte mehr auf ihr. Und wie ſonſt das ungerechte Publikum nur Schuld und Bosheit in den vergangenen Tagen der Fremden ſah, ſo erfüllte es jetzt ihr verborgenes Leben mit bewunderns⸗ werthen Tugenden.

Agneſens und des Königs verſchiedene Botſchaften waren aller Welt unbegreiflich; ſelbſt das Betragen des Priors erſchien ſeltſam, und nur Eine Sache ſchien der Menge klar zu ſeyn: daß nämlich Arthur die Fremde lei⸗ denſchaftlich liebe, und dieſe enthuſiaſtiſche Liebe erregte die Theilnahme aller Herzen.

Wenig Augenblicke nach ſeinem Verſchwinden kehrte der Prior in den Audienzſaal zurück. Die Richter und das Volk erwarteten ihn mit ungeduld. Er unterhielt ſich einige Minuten mit den Gliedern des Tribunals, und ſprach dann die Beſchuldigten feierlich von der Anklage los; lautes und einmüthiges Beifallrufen beſtätigte die Sentenz.

Aber wie kam es, daß Waldburg noch lebte? Wer hatte ihn aus der Tiefe des Waſſers gerettet? Warum hatte er ſich ſo ſpät erſt gezeigt? Das waren die

Fragen, welche ein Jedes an ſich ſelbſt that, als er den Gerichtsſaal verließ. Eine Art Wunder war mit der Erſcheinung des Barons verknüpft, und doch hatten die