ken laut werden ließe, ein zu ſcheußliches Ungeheuer dar⸗ zuſtellen, vor welchem er ſich ſelbſt entſetzen würde.
Alais ward in den Kerker des Kloſters geführt. Olburg eilte zum Abt; er malte ſein Opfer mit den ſchwär⸗ zeſten Farben; er glitt leicht über ſeine Unterredung mit ihr hinweg, und meldete nur das Reſultat; aber er drang in den Prior, um jedes Skandal zu vermeiden, Arthurs elende Geliebte in der Stille aus der Abtei brin⸗ gen, ſie heimlich in ein entlegenes Kloſter ſperren zu laſ⸗ ſen, und ſo den Gegenſtand der allgemeinen Verachtung auf immer aus der Gegend zu entfernen.
„Nein,“ erwiderte der ſtrenge Prior:„Euer Rath iſt nicht weiſe; die Gründe, die Ihr anführt, ſind nicht gerecht. Es ward ein Mord verübt, man muß den Thãä⸗ ter zu entdecken ſuchen. Die Fremde war bei der That zugegen; vielleicht iſt ſie mitſchuldig, vielleicht ſelbſt die Thäterin; denn dieß Weib iſt, nach Eurer Schilderung, aller Verbrechen fähig. Waldburg ſoll ihr bekannt ge⸗ weſen ſeyn; ſie ſahen ſich heimlich. Eine ſtrafbare Liebe hat ihn vielleicht zu ihr hingezogen, und ſeine Geliebte hat in einem Augenblick der Eiferſucht den Dolch auf ihn ge⸗ zückt. Olburg, keine falſchen Wege, keine Gewaltſchrit⸗ te! dieſe wollen wir der Bosheit überlaſſen. Ich will, daß dieſe Sache öffentlich verhandelt werde. Alle Ge⸗ heimniſſe müſſen aufgeklärt, alle Miſſethaten enthüllt, und der Baron gerächt werden.“


