ner ſchmalen Inſel in der Mitte eines anſehnlichen Sees erbaut, wurden ihre Mauern ringsum von ſchäumenden Wogen beſpült, und die Felſen am jenſeitigen ufer er⸗ ſchienen dem Auge wie die Wälle einer unüberwindlichen Feſtung.
Nach alten Traditionen war der See früher eine fruchtbare bewohnte Ebene, ſelbſt eine Stadt ſoll ſich da⸗ ſelbſt befunden haben; manche Schlacht war dort geliefert worden, und kühne Thaten hatten die Anführer berühmt gemacht; doch ſeitdem waren die Ebene, die Helden, die Stadt und alles verſchwunden: ſogar ihre Namen ver⸗ ſchwanden aus dem Gedächtniß der Menſchen, die Wellen begruben alles; und man konnte ſagen, die Bewohner des ufers vom Montolin⸗See tränken, wie die am ufer des Letheſtroms, aus ſeinen klaren Wellen völliges Ver⸗ geſſen der Vergangenheit*).
*) Dergleichen Ereigniſſe ſcheinen in Bretagne ſehr häufig geweſen zu ſeyn, und einige derſelben erklärt man für Wunder.„Ein junges Mädchen z. B⸗, wurde in dem
Walde von Materolles verfolgt, und, das Schrecklichſte
für ihre Schamhaftigkeit fürchtend, beſchwor ſie die hei⸗ lige Jungfrau, ihre unſchuld zu beſchützen. Ihr Gebet ward erhört. Das Waſſer breitete ſich plötzlich im gan⸗ zen Walde aus, ſo daß über ſeiner Oberfläche nur noch die Inſel der Eiche von Mazerolles, wo das junge Mäd⸗ chen gerettet wurde, und die Inſel Saint⸗Denis zu ſehen waren, auf welcher ihre Verfolger durch die Fluth einge⸗
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