Paquita kehrte nach Reus zuruͤck. Sie ritt lang⸗ ſam auf ihrem kleinen Maulthiere, mit ſchwerem Her⸗ zen und geſenkter Stirn. Als ſie aus einem Walde in's Freie kam, begegnete ihr Gomez, der wilde Gomez, ein Schleichhaͤndler der Kuͤſte und einer der beruchtig⸗ ſten Schmuggler des Landes. Er war Don Eſtevans Todfeind und ein leidenſchaftlicher Bewunderer Paqui⸗ ta's. Er hatte es ich ſelbſt geſchworen, daß ſie die Seinige werden muͤſſe, zum großen Ungluͤck Paquita's, denn er beſaß einen unbeugſamen Charakter, der, um zu ſeinem Ziele zu gelangen, kein Hinderniß kannte und vor keinem Verbrechen zuruckſchreckte.
Ludwig Gomez, ein Mann von koloſſaler Geſtalt, ſaß auf einem andaluſiſchen Roſſe, deſſen Zuͤgel mit Schellen beſetzt war. Sein ſchwarzes, röthlich ſchim⸗ merndes Haar war in ein mit Silber durchwirktes Netz gehuͤllt und mit der cataloniſchen Muͤtze bedeckt. Er trug eine Jacke von blauem Sammt, mit Goldflit⸗ tern beſetzt, und geſtickte Lederkamaſchen, die in der Ge⸗ gend der Wade offen waren. Ein Ueberwurf von roth⸗ karrirter Wolle fiel ihm von der Schulter herab, nach Art der ſchottiſchen Plaids. Im Guͤrtel trug er ein Paar Piſtolen und auf der Oberlippe einen dicken Schnurrbart. Er hatte ein lebhaftes Auge, eine breite Stirn und regelmäßige, ſchoͤne Zuͤge; aber dennoch flößte der Anblich ſeines Geſichts weniger Bewunde⸗ rung als Schrecken ein.


