Teil eines Werkes 
1.-3. Theil (1844)
Entstehung
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Ich habe Euch die Verſicherung gegeben, daß in Kurzem das große Werk, welches eine Veränderung in unſerer Lage hervorbringen ſoll, unternommen werden wird.

Bäre es mir gelungen, meinen erſten Plan auszufüh⸗ ren, und den Tyrannen in Rotterdam anzufaſſen, dann würde wahrſcheinlich die Freiheit jetzt ſchon errun⸗ gen ſeyn. Jetzt zwingen uns die Umſtände, uns noch kurze Zeit ruhig zu verhalten doch früher oder ſpäter wird, um die Manen meines Vaters zu rächen, Blut vergoſſen werden. Fahret Ihr indeſſen fort, das Ganze mit einem wachſamen Auge zu beobachten, und trachtet, mich von Allem, was uns wichtig ſeyn kann, in Kennt⸗ niß zu ſetzen. Eure Berichte werden mir durch meinen Bruder zukommen, denn ich muß mich auf eine Zeitlang von meinem Wohnorte entfernen. Uebrigens empfehle ich Euch die größte Vorſicht an. Kehrt nach Rotter⸗ dam zurück, und vermeidet vor der Hand, mit van Dyk und Korenwinder in Berührung zu kommen. Laßt erſt den Plan ſeine völlige Reife erlangt haben, dann wollen wir gemeinſchaftlich Hand anlegen. Und nun lebet wohl, ſchon morgen mit Tagesanbruch ſetze ich meine Reiſe nach Amſterdam fort.

Darauf reichte er Slatius die Hand, und verließ das Gemach, um ſich zur Ruhe zu begeben. Der An⸗ dere folgte bald ſeinem Beiſpiele. Gleich darauf trat Hans mit der Magd in's Zimmer, um alles wieder zu ordnen; erſterer konnte aber nicht unterlaſſen, ſeiner Ge⸗ noſſin mit bedenklichem Geſichte folgende Worte zu ſagen:

8Der Teufel mag wiſſen, was die Beiden im Schilde führen; denn ein ehrlicher Menſch, wie ich, kann nicht dahinter kommen. Habe ich nicht länger als eine Vier⸗ telſtunde am Schlüſſelloche gelauſcht, ohne das Geringſte zu verſtehen, und doch war Alles ſo ruhig, daß man eine Spinne konnte laufen hören. Und ich kann Dich

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