gierde zu befriedigen,“— antwortete mir der Prediger —„und ſo ſehr Ihre Erwartungen auch geſpannt ſeyn mögen, ſo glaube ich doch, daß ſie Befriedigung finden werden. Der Inhalt vieler dieſer alten Schriften iſt im hohen Grade merkwürdig, und ich habe manche Stunde gemüthlich dabei verbracht. Der ganze Vorrath war, als ich dieſen Bücherſchrank zuerſt öffnete, auf eine jäm⸗ merliche Weiſe zerſtreut. Doch ich habe die verſchiedenen Stücke geordnet, und die, welche zuſammen gehören nu⸗ merirt, ſo daß es Ihnen jetzt bequem ſeyn wird ſich mit dem Inhalt bekannt zu machen. Wenn es Ihnen recht iſt, dann können wir dieſe Papiere, welche Sie ohne Zwei⸗ fel mitnehmen werden, vorläufig nach meiner Paſtorei bringen laſſen; und wenn Sie mir die Freude machen wollen heute Mittag mit mir vorlieb zu nehmen, dann fönnen wir ſie noch einmal mit aller Bequemlichkeit in Augenſchein nehmen.“
Ich hatte keinen Grund, dieſe Einladung abzuleh⸗ nen, im Gegentheil freute es mich ſehr, einen ſo achtungs⸗ werthen Mann, wie mir dieſer Geiſtliche ſchon mehrfach geſchildert war, näher kennen zu lernen. Wir trennten uns, gegenſeitig zufrieden auf einige Augenblicke, und ich fand mich zur rechten Zeit in der Paſtorei ein.
Nach einem einfachen ländlichen Mahle, welches durch die lehrreiche Unterhaltung meines Gaſtgebers und ſeiner jungen Gattin ſehr gewürzt worden war, war meine erſte Frage nach den oben erwähnten Papieren. Der Predi⸗ ger führte mich in ſein Studirzimmer, und zeigte mir einige Convolute, mit Bindfaden umwunden, die eben ſo viel belangreiche Geſchichten enthielten, die in eine frühere Zeit gehoͤrten.
„Ich habe dieſe Urkunden mit dem größten Ver⸗ gnügen geleſen“— ſagte er—„beſonders, weil ſie Schickſale beſonderer Menſchen enthalten, und ſie nicht ſelten mit den merkwürdigſten geſchichtlichen Ereigniſſen unſres Vaterlandes in Verbindung bringen. Hauptſäch⸗ lich:“— fuhr er fort, indem er mir eins der größten


