Teil eines Werkes 
2. Theil (4. - 6. Buch) (1844)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Schloß Windſor.

diadem und umringt von herrlichen Waldungen, und einen Ausruf des Erſtaunens und Entzückens zu unterdrücken. Und eben ſo unmöglich iſt es, in ſolcher Jahreszeit auf der großen nördlichen Terraſſe zu ſtehen und erſt auf den ſtolzen Bau, der die Herrin des Landes einſchließt, zu blicken und dann auf die unvergleichliche Landſchaft umherzuſchauen, die in ihrer weiten Ausdehnung jede Art Schönheit, deren ſich ein Land rühmen kann, umfaßt, und nicht von dem Gedanken ergriffen zu werden, daß das erhabene und vollkommene Schloß, ſo anmuthig wie prachtvoll, werth der Eignerin und die Eignerin ſeiner werth, nebſt dem breiten, lachenden und bevölkerten Landſtrich, den es beherrſcht, ein paſſendes Bild der brittiſchen Monarchin und ihres Königreichs darſtellt. Hier ſteht das Schloß, ſo alt als die normänniſche Eroberung und ſich ſeit ſeiner Erbauung einer Reihenfolge königlicher Beſitzer rühmend, und dort zieht ſich zu ſeinen Füßen eine Gegend von unvergleichlicher Schönheit und Fruchtbarkeit hin, voll von glücklichen Wohnſitzen und von treuen, liebenden Herzen, ein Bild im Kleinen von dem ganzen Lande und ſeinen Bewohnern. Mag doch die lachende Land⸗ ſchaft von einer vorübereilenden Wolke getrübt werden! mag doch ein augenblickliches Düſter die erhabene Stirn des ſtolzen Baues umziehen! die Wolke wird bald verſchwin⸗ den das Dunkel ſich erhellen und die glänzende, ſon⸗ nige Scene durch den Gegenſatz noch glänzender und ſonniger erſcheinen.

Der Schreiber dieſer Zeilen hatte das Glück, ſeine Kö⸗ nigin einſt unter Umſtänden zu ſehen, die er für beſonders günſtig hält. Sie war mit dem Prinzen auf der Südſeite der Gartenterraſſe in raſcher Bewegung begriffen. Plötzlich ſtand das königliche Paar auf dem Gipfel der Anhöhe ſtill, die nach dem Thorwege Georg des Vierten führt. Der Prinz verſchwand auf der öſtlichen Terraſſe und ließ die