Drittes Buch Die Geſchichte des Schloſſes. 231
Schloſſes gänzlich zerſtört und italieniſirt. Die ſchönen maleriſchen Unregelmäßigkeiten der Mauern wurden ausge⸗ glichen, die Thürme raſirt, die Fenſter in gemeine kreisbogige
Oeffnungen verwandelt. Und ſo blieb das Schloß länger
als ein Jahrhundert.
Eduard des Dritten Thurm, der auch ohne Unterſchied der Graf⸗Marſchallthurm und der Teufelsthurm genannt wird und als Gefängniß für Staatsgefangene gebraucht ward, wurde jetzt den Ehrendamen angewieſen. Karl beab⸗ ſichtigte zu Ehren ſeines Märtyrervaters an der Stelle des Grabgewölbes, das er zu entfernen dachte, ein Monument zu errichten und 70,000 Pfund wurden zu dieſem Zweck vom Parlament bewilligt. Der Plan ward aber unter dem Vorwande, daß die Leiche nicht aufzufinden ſei, bei Seite geſchoben, obwohl man ſehr gut wußte, wo ſie lag. Die wirkliche Urſache war wahrſcheinlich, daß Karl das Geld ſchon ausgegeben hatte.
Im Jahre 1680 ward eine Reiterſtatue Karls des Zweiten von Strada auf Koſten des vormaligen Haushof⸗ meiſters in Hampton⸗Cvurt, Tobias Ruſtat, mitten auf der obern Schanze aufgeſtellt. Sie ſteht jetzt am untern Ende deſſelben Hofes. Die Bildhauerarbeit auf dem Piedeſtal war von Grinling Gibbons gezeichnet, und Horaz Walpole bemerkte ſcherzend, daß die Statue kein andres Verdienſt habe, als die Aufmerkſamkeit auf ſie zu lenken.
In alten Zeiten lief ein Weg, der eine unregelmäßige Allee bildete, durch die Wälder vom Fuß des Schloſſes nach dem Schneehügel. Da dieſer Weg aber während einer lan⸗ gen Reihe von Jahren vernachläſſigt worden war, ſo hatten ſich die Baumzweige und das Unterholz ſo ſehr über ihn ausgebreitet, daß er ganz unwegſam war. Eine große Allee von zweihundert und vierzig Fuß Breite ward von Karl an deſſen Stelle entworfen, und der prächtige Zugang,


