Drittes Buch: Die Geſchichte des Schloſſes. 227
langte, worin er auch auf Anrathen des Seitiſcheſe von
Canterbury einwilligte.
Unter dieſer Regierung ward auch der Plun, das Waſſer fünf Meilen weit von Blackmore⸗Park ins Schloß zu leiten, angefangen; er ward jedoch erſt im Jahre 1555 zur Zeit Maria's vollendet, wo eine Röhre nach der obern Schanze gelegt ward und„das Waſſer dort reichlich dreizehn Fuß hoch hervorſprudelte.“ Mitten auf dem Hofe ward ein koſtbarer Springbrunnen errichtet. Er beſtand aus einem von prächtig mit heraldiſchen Zierrathen bedeckten Säulen getragenen Baldachin und hatte oben eine große Wetter⸗ fahne mit den vergoldeten und gemalten, von einem Löwen und einem Adler gehaltenen Wappen von Philipp und Maria. Das Waſſer ward von einem großen Drachen, einem der Träger des Tudorwappens, in ein darunter be⸗ findliches Behältniß ausgeſpien, von wo es mittelſt Röhren nach allen Theilen des Schloſſes geleitet ward.
Maria hielt bald nach ihrer Verbindung mit Philipp von Spanien ihren Hof in Windſor. Um dieſe Zeit wur⸗ den die alten Wohnungen der Almoſenritter an der Süd⸗ ſeite des unteren Hofes abgetragen und neue an deren Stelle aufgebaut.
Eliſabeth nahm weniger Veränderungen am Schloß
Windſor vor, als man von ihrer Vorliebe für dieſe Reſi⸗ denz hätte erwarten ſollen. Sie vergrößerte und erweiterte
die nördliche Terraſſe, wo ſie ſich während ihres Aufenthalts im Schloſſe täglich Bewegung machte, das Wetter mochte beſchaffen ſein, wie es wollte. Die Terraſſe, wie ſie von Paul Hentzner beſchrieben wird und ſich in Nordens Anſicht darſtellt, war zu dieſer Zeit eine Art von Balcon, der über
die Böſchung des Hügels hinüberragte und von großen höl⸗
zernen Rinnbalken getragen ward. Im Jahre 1576 erbaute Eliſabeth die Gallerie, welche
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