Teil eines Werkes 
1. Theil (1. - 3. Buch) (1844)
Entstehung
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4 Schloß Windſor.

ein Farrnkraut aufwies, ſich ein Rudel Rehe hingelagert hatte; dort zog ſich ein Dickicht von Hagedornen längs einem von Kaninchen durchwühlten Sandhügel hin; auf dieſer Seite ſtand ein dichter, druidenartiger Hain, in deſſen Buſchwerk die ſchrägen Sonnenſtrahlen nur ſpärlich hineindrangen; auf jener erſtreckte ſich eine lange, von einer natürlichen Eichen⸗ allee gebildete Lichtung, über die man dann und wann aller Art Wild hinüberſetzen ſah. Auch fehlte es nicht an menſch⸗ lichen Geſtalten, um der Scene Leben und Intereſſe zu ver⸗ leihen. Den Holzweg entlang kamen zwei Förſterburſche, jeder mit einem Paar Jagdhunde an der Koppel, deren Gebell luſtig in den Wald hineinſchallte. Etwas näher beim Schloſſe und den Weg nach demſelben einſchlagend, bewegte ſich eine Abtheilung Falkeniere mit ihren gut abgerichteten Vögeln, deren Geſchicklichkeit ſie eben erprobt hatten, auf der Fauſt; während noch näher und faſt am Fuße der Ter⸗ raſſe ein Minneſänger auf dem Hackebrette ſpielte, dem ein Förſter in grünem Anzuge, mit einem Bogen über der Schul⸗ ter, einem Köcher voller Pfeile auf dem Rücken und mit einer artigen Dirne am Arme, zuhörte. Zur Linken bot ſich ein Anblick von ganz verſchiedenem Gepräge, obwohl kaum minder ſchön, dem Auge dar. Er ward gebildet von der Stadt Windſor, damals nicht ein Drittel von ihrer heutigen Ausdehnung, aber von unver⸗ gleichlich viel maleriſcherem Anſehen, indem ſie faſt gänzlich aus einer langen unregelmäßigen Häuſerreihe beſtand, die ſchwarz und weiß gewürfelt, mit hohen Giebeln und vor⸗ ſpringenden Stockwerken, die weſtliche und ſüdliche Seite des Schloſſes einfaßte; von den ſilbernen Windungen des Stro⸗ mes, der meilenweit verfolgt werden konnte und die glühenden Tinten des Abendhimmels wiederſpiegelte; von dem ſtatt⸗ lichen, aus einem Gehölz ſich erhebenden Collegium von Eton; und jenſeits deſſelben von einem unabſehbaren, reich⸗