I.
Von des Grafen Surrey einſamer Streiferei im Schloßpark;— von der Erſcheinung, die er in der Geſpenſterſchlucht hatte;— und von ſeinem Zuſammentreffen mit Morgan Fenwolf, dem Förſter⸗ burſchen, unter der Herne's⸗Eiche.
Im zwanzigſten Jahre der Regierung des ſehr hohen und gewaltigen Königs Heinrich des Achten— nämlich im Jahre 1529, am einundzwanzigſten April und an einem der lieblichſten Abende, der jemals auf die lieblichſte Provinz in England herabſank— lehnte ſich ein hübſcher junger Mann, den man etwa für einen Pagen halten konnte, über die nördliche Terraſſe der Feſtungsmauern von Schloß Wind⸗ ſor und ſtarrte in die prachtvolle Ausſicht hinaus. Zu ſeiner Rechten breitete ſich die umfangreiche, grüne Fläche aus, welche den Schloßpark bildet, dicht beſetzt mit edlen Bäu⸗ men, hauptſächlich mit alten Eichen, auf die England ſchon ſtolz zu werden gelernt hatte,— mit Hagedornen, eben ſo alt und wohl älter noch als die Eichen,— mit weit umherragenden Buchen, ſtattlichen Ulmen und Stechpalmen. Die Anord⸗ nung dieſer Bäume war im höchſten Grade maleriſch und prächtig. Hier, am Ende einer weiten Fernſicht und mitten auf einem lichten, mit der grünendſten Decke überzogenen
Fleck, ſtand eine mächtige, breitarmige Eiche, unter deren
ausgedehnten Zweigen,— die jedoch noch nicht mit Laub ge⸗
ſchmückt waren, ſo wie der Raſen unter ihnen kaum ſchon


