Teil eines Werkes 
7. - 8. Bd. (1846)
Entstehung
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Strahlen des Gaslichtes, die auf die enge Gaſſe fielen.

Eine Bewegung der Trinkenden enthüllte endlich die Geſtalt des Wirthes Johann. Der Ritter drückte ſeinen Hut tiefer über die Stirn hinein, zog den Kra⸗ gen ſeines Undurchdringlichen noch höher hinauf und ging mit drei Schritten über die Straße.

Er trat hinein und trotz ſeiner Vorſicht erkannte ihn ſogleich Jedermann. Auch entſtand ein dumpfes Gemurmel in der Stube. Es hatte indeß nichts Drohendes und Reinhold hätte ſehr unrecht gethan, wenn er ſich gefürchtet.

Unter dem Neide des Armen gegen den Reichen liegt ein ſo merkwürdiger Reſpect, den ſelbſt die Lei⸗ denſchaft in ihren Parorysmen nur mit Mühe erſchüt⸗ tern kann. Wenn der rechtmäßige Haß und die Rach⸗ ſucht zu dem Neide treten, findet allerdings bisweilen, aber ſelten eine Erploſion ſtatt.

Auch da müſſen mehrere Umſtände zuſammen kommen. Im Allgemeinen wagt der Arme nichts. Wenn er einmal zornig wird, ſo iſt es Fieber und Wuth; dann ſchlägt er blind darauf los und ſeine wahren Feinde wiſſen ſeinen Streichen zu entgehen.

Der Ritter war kaum in die Schenkſtube Johanns getreten, als ſeine Furcht wie durch Zauberei ver⸗ ſchwand. Er ſah ſeine Stärke. Alle Köpfe entblößten ſich demüthig um ihn her und auf alle Lippen trat