Teil eines Werkes 
7. - 8. Bd. (1846)
Entstehung
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Romain ſchlich vergeblich um ſeine ehemalige Frau herum, die ihn immer in gebührender Entfernung hielt. So konnte er ſich nur noch nach der Vergan⸗ genheit zurückſehnen. Ob er gleich ein luſtiger Lebe⸗ mann war, ſo kannte doch Jedermann ſeine tiefe Herzenswunde; ſein Kummer machte ſich unwillkühr⸗ lich Luft und wie ihm der Wein die Zunge löſete, pflegte er ſeine Geſchichte regelmäßig mit den eben ſo ſtolzen als rührenden melancholiſchen Worten anzufangen:Als ich noch der Mann der Madame Batailleur war.

Bei dem Anblicke der Menſchenmenge, welche das Wirthshaus erfüllte, war der Ritter von Rein⸗ hold unſchlüſſig ſtehen geblieben. Gewöhnlich konnte ſich das Wirthshaus keiner überflüſſigen Anzahl von Gäſten rühmen. Der Ritter kam nicht ſelten ſelbſt daher und wenn er den Wirth nicht zu ſich beſchied, fanden ihre Beſprechungen in dem Zimmer ſtatt, in welchem wir die Deutſchen bei einander ſitzen ſahen.

Heute aber war Faſtnachtmontag und dieſes Nebenzimmer war eben ſo voll wie die gewöhnliche Gaſtſtube. Der Ritter, welcher durch die trüben Fenſterſcheiben hineingeſchaut, hatte eine ſchöne und zahlreiche Geſellſchaft da geſehen, Damen des Temple mit ihren Hausfreunden ꝛc. und in einem Winkel den brillanten Polyt(Hippolit), den Günſt⸗ ling der Mad. Batailleur, welcher die fünfundzwan⸗