32
um, wenn es energiſches Handeln gilt, ſich in die gehörige Wuthverfaſſung zu ſetzen, und je häufiger ver dieſe Worte, beſonders, wenn er ſie ſelbſt hinge— ſchrieben, liest, um ſo heftiger iſt für den Augenblick ſeine Kampfbegierde. Dazu läuten ſie, wenn es zum Kampfe kommen ſoll, mit allen Glocken und erregen ihre reizbaren Nerven auf eine furchtbare Weiſe. Uebrigens war der Kampf in Brescia dießmal ſehr ernſter Natur, und es bedurfte des eiſernen Willens und der kräftigen und umſichtigen Führung des Feld⸗ marſchalllieutenants Haynau, um mit ſeinen 2300 Mann die inſurgirte Stadt von 40,000 Einwohnern zu bändigen. Daß dabei viel Blut gefloſſen, iſt, da der Kampf äußerſt hartnäckig war und die Brescianer ſich fürchterlich wehrten, ſehr begreiflich. Augenzeu— gen haben mir verſichert, daß die Barrikaden haus— hoch aus Erdfäſſern und Faſchinen gebaut, alles andere der Art bis jetzt Geleiſtete weit übertroffen hätten. Durch die Straßenkämpfe hier und ander wärts haben aber die Heerführer Manches und na mentlich gelernt einzuſehen, daß es in ſolchen Fällen nichts mehr bedarf, als die Truppen ſchleunigſt aus den Straßen hinauszuziehen, und dann langſam vor gehend, Haus um Haus wieder zu nehmen; eine blutige Arbeit, aber mit guten getreuen Soldaten und tüchtigen Offizieren faſt unfehlbar von dem beſten Erfolg.


