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Die Nachricht von der Einnahme Brescia's, die wenige Tage nachher in Mailand bekannt wurde, rief eine große Beſtürzung in der Bevölkerung hervor. Jetzt erſt fiel manchen Leichtgläubigen, welche ſich bisher durch allerlei Lügen hatten täuſchen laſſen, die Binde von den Augen, und ſie ſahen mit Schrecken ein, wie gefahrdrohend das Schwert des Feldmarſchalls über ihren Häuptern ſchwebte. Doch bemerkte man auf den Straßen ſelbſt keine beſondere Bewegung, und ſogar die prahlenden Kaffeehauspolitiker, die bis jetzt noch manches Trottoir mit dichten ſie umgebenden und ihren Lügen und kühnen Phantaſien lauſchenden Grup⸗ pen behauptet hatten, verſchwanden allmählig und trugen ihren Grimm nicht öffentlich zur Schau. Ja ſchon nach einigen Tagen nahm das Gewoge des Stadtlebens einen ſo friedlichen und natürlichen Cha rakter wieder an, daß man hätte glauben können, Stadt und Land erfreuen ſich ſeit langen Jahren eines ununterbrochenen tiefen Friedens. Wie noch vor wenig Wochen ganze Wagenzüge Abreiſende beförderten, ſo kehrten dieſelben jetzt bei dem herrlichſten Frühlings— wetter in eben ſo großer Anzahl wieder zurück. Nur das frühere ſo rege Leben in den Theatern und auf dem Corſo ſtellte ſich nicht ſo ſchnell wieder ein. In der Oper ſah man außer wenigen Damen und einigen Fremden nur öſterreichiſche Uniformen, und
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