Teil eines Werkes 
2. Bd. (1874)
Entstehung
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217 wurde der Geiſt mächtig in mir und ſprach aus mir flammende Worte, in denen die Eisrinde ſeines Her⸗ zens zerſchmolz. Er zitterte und rief: Laß uns beten, Lavinia, laß uns beten! Führe uns nicht in Ver⸗ ſuchung! Und wir laſen zuſammen die Bitten, Klagen und Seufzer der Heiligen. Aber Gott hatte ſein Ant⸗ litz von ihm abgewandt. Du verſtehſt es nicht, rief dr mir zu; Dein Bruder verſtand es beſſer, die Geiſter zu ebrogren. Gibt es ein Jenſeits? Komm, wir wollen ihn rufen, hervor aus dem Abgrund des Mee⸗ res oder aus der Tiefe der Himmel. Darauf hieß er mich die Offenbarung des heiligen Johannes aufſchla⸗ gen— und als ich die ſchrecklichen Verſe von dem Untergang Babylon's und dem Engel des Zornes las, rührte ihn der Finger Gottes...“

Ich übergehe das Ende des Briefes; mit mög⸗ lichſter Ruhe und Treue ſchilderte Lavinia die Kata⸗ ſtrophe. Scheinbar verlaufen die menſchlichen Dinge aus Urſache in Wirkung in einer durchaus geſetz⸗ mäßigen und natürlichen Reihe, die jedes Wunder ausſchließt, wir vergeſſen nur, daß der Anfang der ganzen Bewegung unerforſchlich und geheimnißvoll bleibt. So ließ ſich auch in dieſem ſchmerzlichen Falle ſagen, daß die Verſtörung, die den Grafen ſeit jener unſeligen, irdiſcher Gerechtigkeit vollſtändig entrückten