Teil eines Werkes 
2. Bd. (1874)
Entstehung
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„Als ob ihn das hinderte, die Einen zu lieben und den Andern gram zu ſein! Mich kann er nicht leiden, und die Bemerkung, die er geſtern äußerte, war ganz in Gift getränkt. Wir ſprachen von Anna...“

„Nicht wahr, ſie iſt ein ebenſo ſchönes wie ſanft⸗ müthiges und liebenswürdiges Geſchöpf?“

„Findeſt Du?“

„Jeder muß es finden, der Augen für ſie hat. Ich bin ihr erſt durch Deinen Unfall näher getreten, habe erſt in ihrer Sorge um Dich ihre herrlichen Eigenſchaften kennen und ſchätzen gelernt— doch Du wollteſt von dem Doctor reden.“

„Ich verſuchte, ihn über das Kind auszuforſchen.“

„Warum denn ausforſchen? Spürſt Du auch in dieſer unſchuldsvollen Seele ein Geheimniß?“

„Nicht in der Seele, doch vielleicht um die Per⸗ ſon. Ich beſchwere Dich nicht mit Vermuthungen, für die ich keinen Beweis habe; der Doctor, bildete ich mir ein, müßte einen ſolchen Beweis haben, entweder für oder gegen mich. Allein der Alte blieb verſchloſſen, wie der Berg, der ſich nur auf das Zauberwort öff⸗ net. Alle meine Kugeln ſprangen von ſeiner Rüſtung ab und richteten ſich wider mich ſelbſt. Man hat, ſagte er, ſich darüber gewundert, daß Fräulein Alden⸗ hoven unvermählt geblieben, ſie, die einer Waiſe ſo

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