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„Ja, wenn man vor Euren Augen nicht weint und ſtöhnt oder den leidenſchaftlich Unglücklichen im Stil eines ſchlechten Schauſpielers, wohl gar noch mit unſchuldigen Selbſtmordsverſuchen ſpielt, dann leidet man nicht, höchſtens an eingebildeten Krankheiten. Seitdem die Aerzte ſo viele neue materialiſtiſche Krank⸗ heiten erfunden haben, ſind die Seelenleiden ins Fabel⸗ land gewieſen worden. Kann man nicht ein Mann ſein, dem Tode in zwanzig Gefechten getrotzt haben und doch an einem kleinen Stich, an einem Riß im Herzen ſterben? An dem Stich einer Nadel blos?“
„Hm! Das iſt Hamlet, und ich fange an zu glau⸗ ben, daß der Thurm in der That Geſpenſter birgt.“
„Geſpenſter? Warum nicht? Ein halbes Dutzend Tage aus meiner Vergangenheit. Es hat lange ge⸗ dauert, ehe ſie von den Todten auferſtanden ſind, aber nun ſind ſie's und es drängt ſie zu reden, gerade wie Hamlets Vater, als er geſpenſtiſch umging, ange⸗ redet werden wollte. Erinnerungen und Geſpenſter ſind Plaudertaſchen.“
„So ruf' ich mit Horatio: Sprich, ich beſchwöre Dich, ſprich!“
„Ein Wort für viele! Ich ſaß ſechs Tage in jenem Thurm, ein halber Gefangener, unter der Ob⸗ hut und der Wache zweier Mädchen— und wann?
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