Teil eines Werkes 
2. Bd. (1874)
Entstehung
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machen, ſollte eine ſchwere Erinnerung ſein Herz be⸗ drücken.

Es war am dritten Tage nach Reinhard's Unfall, in einem hohen, geräumigen und luftigen Gemach des Hauſes. Alles darin zeugte von der Anweſenheit, der Pflege und Sorgfalt einer Frau. Kein Stäubchen auf Tiſchen und Seſſeln; was der Kranke nur irgend bedürfen oder begehren mochte, war ihm leicht zur Hand gelegt; ein reich beſetzter Blumentiſch ſtand an dem Fenſter. Vom Bette aus konnten Reinhard's Blicke den ziehenden Wolken des Himmels, dem Fluge der Vögel folgen oder auf der ſchön geſchwungenen Linie der in der Ferne aufſteigenden, das Thal begrenzenden Gebirgskette ausruhen. Nicht umſonſt, das war der ganzen Einrichtung des Gemachs anzuſehen, hatte Ottilie ſchon im vergangenen Jahre ihre Lehrzeit als Kranken⸗ pflegerin beſtanden; für das Behagen und die Wünſche des Verwundeten war in einer Weiſe geſorgt, die nur durch Erfahrung erworben wird. Zu ſeiner eigenen Beſchämung fühlte ſich Reinhard gedrungen, Ottilien im Stillen die Spöttereien abzubitten, die er in ſeinem erſten Geſpräch mit Ottokar über die Verwandlung des Fräuleins in eine barmherzige Schweſter geäußert. Weder von ihrer Anmuth und Würde, noch von ihrem Geiſt und ſogar von ihrer Vorliebe für Schmuck und

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