Teil eines Werkes 
1. Bd. (1874)
Entstehung
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bat ſie in fliegender Haſt.„Aber ſtill und geduldig, ohne ſich zu regen? Ich laufe nach dem Schloſſe und hole die Diener; vielleicht iſt der Arzt noch bei dem Fräulein.“

„Thun Sie, was Ihnen Ihr gutes Herz eingiebt. Nur keine Furcht für mich! Das iſt ſchmerzhaft, doch ich ſterbe nicht daran, ich verſpreche es Ihnen bei den Geiſtern dieſes Thurms. In all' dieſem Unglück ſteckt ein Wunder des Glücks!“

Seine Behauptung bewährte ſich für das Ver⸗ ſtändniß Anna's faſt in demſelben Moment, in dem ſie ausgeſprochen ward. Ganz in der Nähe tönten Stimmen, durch das Dickicht und die Wendung des vielverſchlungenen Pfades waren ihnen die Redenden noch verborgen, doch das junge Mädchen erkannte ſie⸗

„Das iſt Ottilie und Doctor Abel“, rief ſie und eilte ihnen entgegen.

Es war gut, daß ſie den Ausdruck in Reinhard's Antlitz nicht beobachtete; ihre ſchöne Freude, die Hilfe für ihn ſo nahe zu wiſſen, hätte dann wohl ei⸗ nen ſchmerzlichen Eintrag erfahren. Zu dem Zug des Leidens in ſeinen Mienen hatte ſich der des Aergers und des Mißmuthes geſellt.„Die Wiederbegegnung beginnt nicht ſehr rühmlich für mich“, murmelte er vor ſich hin.„Der tapfere Kriegsheld von einer Wen⸗

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