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ihrem dritten Gemahl Alfonſo von Eſte nach Ferrara brachte. Ein wenig zitterte Karl doch die Hand... aber dir wird ja keine Lucretia, keine Gabriele einen Trank der Liebe oder des Todes darin kredenzen, trö⸗ ſtete er ſich. Wieder, wie er es ſchon oft im Leben beobachtet hatte, beruhten die ſcheinbar wunderbarſten Verknüpfungen und ſeltſamſten Erſcheinungen auf einer häßlichen und dürftigen Wirklichkeit. Durch wie viele ſchmutzige Wucher⸗ und Hehlerhände mochte dieſer Becher gewandert ſein, ehe er in die Hände des Frei⸗ herrn von Ruhdorf gelangte und kurze Ruhe darin fand. Doch hienieden iſt nichts als Wechſel, Bewegung, Kampf. Kaum hat Ruhdorf die Augen geſchloſſen, haben die Erben nichts Eiligeres zu thun, als ſeine Sammlungen, ſeine Kunſtſchätze wieder zu verkaufen und zu zerſtreuen. Und ſo, auf dem natürlichſten und gemeinſten aller Wege dieſer Welt, iſt das letzte Stück aus dem Brautſchatz Lucretia's auf den Tiſch Karl's gekommen.„Ruh' aus“, ſagte der neue Beſitzer halblaut, als ob der Becher ihn verſtehen könnte,„ich werde nicht aus dir trinken, du wirſt bei mir ein ſtilles Da⸗ ſein nach ſo langer Irrfahrt führen!“


