Teil eines Werkes 
1. Bd. (1874)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

13

das Haus in der That verlaſſen.Ich beneide Her⸗ mann um dieſe Mutter nicht! Was kümmert mich die leidige Familiengeſchichte!

Dennoch hatte ſie einen ſo ſtarken Eindruck auf ihn ausgeübt, daß er in den Nachmittagsſtunden zum allgemeinen, lang anhaltenden Erſtaunen aller Beam⸗ ten und Diener des Hauſes im Comptoir erſchien, zum zweiten Mal an Einem Tage. Herr Moriz Meyer hätte beinahe die Feder aus der Hand fallen laſſen und den eben angefangenen Brief verdorben. In Worten, denen der ruhige Geſchäftsmann leicht die Erregung des jungen Mannes anmerkte, verſtändigte ihn Karl von der Urſache ſeines Kommens. Ueber die Freundſchaft zwiſchen dem Freiherrn von Ruhdorf

und dem alten Herrn Strupp ſchüttelte Moriz Meyer

den Kopf und meinte:Geſchäftsverbindungen nichts weiter! Deſto beſſeren Beſcheid wußte er hin⸗ ſichtlich jener Summe zu geben. Vor nunmehr zwei Jahren hatte Ruhdorf perſönlich im Bureau des Hau⸗ ſes ein wohlverſiegeltes Packet niedergelegt, das an⸗ geblich zwanzigtauſend Thaler in 4 ½ prozentigen Staats⸗ papieren enthielt. Es befand ſich noch im Verſchluß der Kaſſe; der erſte Buchhalter zeigte es Karl. Das Siegel, fünffach wiederholt, zeigte das Wappen der Ruhdorfs: im viereckigen durch einen Querbalken ge⸗