Teil eines Werkes 
1. Bd. (1871)
Entstehung
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ob ihn die Erde eingeſchluckt hätte. Vergieb mir, wenn ich Dich vernachläſſige; Liebende ſind eine ſchlechte Ge⸗ ſellſchaft für Philoſophen. Laß mich auf meine Weiſe glücklich ſein und grolle nicht darüber. Heute hat ſie das verwünſchte Bild verhängt was denkſt Du, wenn man es dem Livländer zum Kauf anböte? Leb' wohl und beneide mich nicht; der Neid eines Satyrikers iſt ſchrecklich! Ja, ja, beneide mich nur! Dein Adolf.

Dieſer Brief, der doch von ausgelaſſener Heiter⸗ keit überſtrömte, flößte mir eine unbeſtimmte, tiefe Traurigkeit ein. Vergebens ſuchte ich dieſe Diindm durch irgend einen Satz, eine Wendung der Rede zu begründen; jedes einzelne Wort ſchien mich Lügen zu ſtrafen, und doch ward ich den erſten Eindruck nicht los. Seit zehn Tagen hatte ich Adolf nicht geſehen; ich hatte ihn einmal in ſeiner Wohnung verfehlt, und ihm darauf in einem Briefe den Beſuch Fehmar's mit⸗ getheilt, mit der leiſen Andeutung, womöglich jeden Streit mit dem Livländer zu vermeiden: es ſei nicht gerathen, mit einem Othello anzubinden, noch dazu wenn es ſich um keine Desdemona handle. Dies Schreiben war die Veranlaſſung zu Adolf's Brief. Wiederholt hatte ich ihn geleſen und meine Unruhe,

ſtatt ſich zu beſänftigen, war größer geworden. Dies