Teil eines Werkes 
1. Bd. (1871)
Entstehung
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zeihung einer neuen Prezioſa? fragte ein wenig ſpöttiſch das munterſte der Mädchen.

Nein, mein Fräulein, ich kam auf eine ſehr pro⸗ ſaiſche Weiſe zu dieſem Schmuck. Hören Sie nur. Es ſind jetzt zwei Jahre her, daß mich kaufmänniſche Geſchäfte nach Spanien führten. Bei einem längeren Aufenthalt in Madrid erzählte mir ein Freund von dem Nachlaß einer kinderlos geſtorbenen Herzogin, der, reich an Seltſamkeiten und Kunſtwerken aller Art, öffentlich verkauft werden ſollte. Einer der Vorfahren der Herzogin hatte zu den Eroberern Peru's gehört, und wie es hieß, hätten ſich Koſtbarkeiten aus dem Schatze der Inka's von Geſchlecht zu Geſchlecht in dieſem Hauſe fortgeerbt, um jetzt endlich unter den Hammer zu kommen. Trauriges Ende ſo großer Herr⸗ lichkeit! Ohne von dem Schmuck zu wiſſen, auch nicht nach dem Golde Peru's lüſtern, ſondern nur eines kleinen Gemäldes von Murillo, eines ſeiner Betteljungen wegen, begab ich mich am feſtgeſetzten Tage in die weiten Räume des verödeten herzoglichen Palaſtes. Es gelang mir nicht, das Bild zu erwerben, und ich wollte mich eben entfernen, als ich dieſen Schmuck in einem verſchloſſe⸗ nen großen Glaskaſten bemerkte. Ich bewunderte zwar auch den Glanz und die Klarheit der Brillanten, aber dieſe hätten mich nie verlockt, ihn zu erſtehen, wenn