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Ich fuͤrchte das nicht, verſetzte Dominique. Es duͤnkt mir unmoͤglich, daß der Unbefangene mißdeutet werden koͤnne. Die Wahrheit iſt von ſo natuͤrlicher Farbe, daß niemand leicht auf falſchen Argwohn durch ſie geraͤth. Und waͤre es dennoch— nun ſo muß ich denken, Gott habe mir die Pruͤfung auferlegt, mit gebunde⸗ nen Haͤnden den geliebteſten Menſchen an mei⸗ ner Seite fallen zu ſehen. Freventlich aufhe⸗ ben, gegen das Geſetz aufheben, kann ich dieſen Arm nicht.
Freilich! entgegnete die ſchoͤne Frau, in— dem ſie niederſitzend, die Stirn in die Hand legte, und nachſinnend vor ſich niederſah. Frau von S. fuhr ſie fort, dachte es freilich an⸗ ders. Sie glaubte in dem Augenblick allgemei⸗ ner Unruhe, werde es leicht ſein, den Marquis mit einem paar unternehmenden Begleitern, auf dem Wege hierher zu befreien, ſie hoffte— Mein Gott! rief der Baron ungeduldig, muß ich es erleben, daß auch Sie gnaͤdige Frau, Ihre Geſinnung nach den Umſtaͤnden wechſeln? Koͤnnen ſie zu einem Gewaltſchritte rathen, der


