— 5—
wohl nur zu deutlich ahnden. Gleichwohl war es nicht leicht, ihre Gedanken zu entraͤthſeln. Sie wußte dieſe, aus Gruͤnden, die nur ihr ge— hoͤrten, eben ſo humoriſtiſch zu verbergen, wie uͤberall ihr Meinen und Wollen. Riſton trau⸗ ete ihr deßhalb auch nicht ganz, und dennoch war wieder ſo Vieles in ihrer freimuͤthigen Weiſe, was ihn anzog; Im Grunde hegte er doch die Ueberzeugung, daß ſie ſeine Wuͤnſche theile, und derem Gelingen ehr foͤrderlich, als hindernd ſein werde.
Sie iſt behutſam, dachte er, und weiß ſich geſchickt zu ihrer Welt zu ſtellen, das kann man nicht anders, als loben, um ſo ſicherer waͤre im Weſentlichen auf ſie zu rechnen! Viel vermoͤ⸗ gen Frauen in Tagen der Unruhen, ſetzte er, bei ſich denkend hinzu, vielmehr als ihnen anzuſehen iſt, und ſie ſehen laſſen wollen. Wer ihnen miß⸗ trauet wird irre, wer ſich ſtellt, als ſei er Ei⸗ ner der Ihrigen, zwingt ſie, ſich ihm anzuſchlie— ßen.
Ihr macht ja heut ſo ſchlaue Minen, un—⸗ terbrach eines Abends Magdelene, ihren Gaſt


