Teil eines Werkes 
2. Bd. (1825)
Entstehung
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reizende Prinzeß Erneſtine, die einzige Schweſter des Herzogs in ihrem funfzehnten Jahre wahn⸗ ſinnig war. Die wilde Luſt welche damals am Hofe herrſchte, die Baͤlle, Jagden und Mas kenfeſte ſollten die zarten Gehirnſiebern des anmuthsvollen Geſchoͤpfes erſchuͤttert und ſie zum Raube einer Krankheit gemacht haben, von welcher ſie nie genas.

Sie iſt es, die hier in dieſem entlegenem Schloſſe lebte und ſtarb. Ich ſage Dir Bodo, man kann hier keinen Schritt thun, ohne an ſie erinnert zu werden. Eine lange, lange Reihe von Jahren traͤumte ſie in Wahn und Nebelbildern fort. Niemand kam zu ihr als der Arzt, der, faſt ſo tiefſinnig als ſie, auch Deine Phantaſie, Bodo, krank und zerſtoͤrend anhaucht. Ich fuͤrchte dieſen Menſchen, und doch moͤchte ich ihn kennen!

Doch zuruͤck zu meiner Erzaͤhlung! Nun, was der Verraͤther Jonas gegen ſie oder Andre verbrochen habe? ob er des Herzogs Unwillen oder die Rache eines dritten auf ſich zog? Man hat davon nur noch vermiſchte und con⸗

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