— 2098—
einmal angegriffen werden, ſo mußte man ſich nicht lange bei der Vorrede aufhalten, ſondern mit ganzer Kraft und Gewalt verfahren, die dem Deutſchen am meiſten zuſagt. Nirgends aber iſt er ungeſchickter, als im Schuͤtzenge⸗ fecht. Hierin wird er von dem Franzoſen bei weitem uͤbertroffen. Waͤhrend ſich dieſer wie ein Aal windet und kruͤmmt, jeden Stein und Strauch zum Schanzkorb macht und ſo dem Feinde faſt gar keine Flaͤche Preis giebt, ſtellt ſich jener dreiſt und keck hin, und eh' er los⸗ brennt, iſt er ſchon todt. Es erſcheint ihm ſchimpflich— und es liegt dies in ſeinem ed⸗ len, ſtolzen Charakter— unſichtbar ſeine Ku⸗ geln in des Feindes Bruſt zu ſchleudern; es liegt darin gleichſam etwas Heimtuͤckiſches und Feiges, drum mag er's nicht, ſondern er tritt, wie die alten Ritter, gern in die Schranken offentlich hin und fordert den Gegner heraus. Das muß er denn freilich oft mit dem Leben buͤßen, wiewohl die vom Feinde ausgeſchrieene Dummheit ſeinem brechenden Herzen Ehre macht. Ein ſolches Schuͤtzengefecht nimmt da⸗ her auch bald ein Ende. Der Deutſche haͤlt's nicht lange aus. Wuͤthend ſtuͤrzt er hervor aus dem Verſteck, das ihn ſchuͤtzt, ohne ihn


