Teil eines Werkes 
1. Theil (1814)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

7

nicht, daß ſich durch die Erziehung Alles rich⸗ ten laͤßt? und ſind Sie nicht, obgleich viel zu jung und zu artig fuͤr einen Philoſophen, mein Fuͤhrer, mein Philoſoph, mein Freund?

Aber ich habe die Ehre Ihr Fuͤhrer, Ihr Philoſoph, Ihr Freund zu ſeyn, nur erſt ſeit drei Jahren, entgegnete Ruſſel. Ich ge⸗ ſtehe der Erziehung eine gebuͤhrende Gewalt zu, aber zaubern kann ſie nicht. Was konnte ich in drei Jahren mit einem Werke von ſiebenzehn vor⸗ hergegangenen Jahren richten?

In dieſem Falle, und wenn ich Sie nicht anklagen kann, ſo muß ich meiner Mutter die Schuld geben.

Ihrer Mutter! Ich habe immer gehoͤrt, daß ſie ſich Ihrer erſten Erziehung mit der groͤß⸗ ten Sorgfalt angenommen habe, und Lady Mary Vivian, obſchon eine Dame von Stande, die in der großen Welt lebt, hat nach Jedermanns Verſicherung Verſtand, Kenntniſſe und haͤusliche Tugenden, und nach ihren Be⸗ griffen, die Sie mir mitgetheilt haben, zu ſchlie⸗ ßen, muß ich glauben, daß dießmal wahr iſt, was die ganze Welt ſpricht.

Wohl iſt es wahr, was die ganze Welt ſpricht, und dennoch habe ich nicht Unrecht.