Druckschrift 
David Alroy / frei nach dem Engl. von D'Israeli
Entstehung
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Auge, eine milde Stimme und eine geſchäftige Hand zu zeigen. Ihre Religion und Tugend, die Feſtigkeit ihres Glaubens, und die Begeiſterung ihrer Unſchuld hielten die⸗ ſes reine, unglückliche Weſen in allem ihren unverdienten und gränzenloſen Elende aufrecht.

Mitternacht war längſt ſchon vorüber, als Abner's junge Wittwe auf ihrem Lager ſanft ſchlummerte. Die reizende Beruna und die ſchöne Bathſeba beobachteten bei geöffneten Fenſterläden die Stunden der Nacht.

Soll ich ſie aufwecken? ſagte die ſchöne Bathſeba. Mir iſt's, als ob die Sterne bläſſer würden. Sie bat, daß man ſie lange vor Tagesanbruch wecken ſolle.

Ihr Schlaf iſt zu reizend! Laß uns ſie nicht wecken; entgegnete Beruna. Wir erwecken ſie nur zum Kummcr.

Möchten doch ihre Träume wenigſtens glücklich ſein Sie ſchläft ſo ruhig wie eine Blume.

Der Schleier iſt ihrem Haupte entfallen. Ich will ihr ihn leiſe wieder heraufziehn. So recht, liebe Bathſeba?

Ganz recht, theure Beruna. Ihr Geſicht ſieht in den Shawl eingehüllt wie eine Perle aus ihrer Schale. Doch ſtill! ſie bewegt ſich.

Bathſeba!

Ich bin hier, theure Herrin.

Bricht bald der Morgen an?

Noch nicht, liebe Herrin. Noch iſt es Nacht. Doch iſt Mitternacht ſchon lange vorüber. Iſt mir's doch als ſpür' ich des Morgens erſtehenden Hauch. Aber es iſt noch Nacht, und der Neumond ſcheint wie eine Sichel am Him⸗ melsfelde in Mitten der Sternenernte.

Beruna, liebes Mädchen, gieb mir Deinen Arm. Ich will aufſtehen.

Die Mädchen traten hinzu und halfen ihrer Gebieterin ſanft ſich zu erheben und an's Fenſter zu treten.