26
Dort giebt es kein Thier, keinen Vogel in dieſer ewigkahlen, grauweißen Wüſte. Nichts unterbricht die allwaltende Stille. Selbſt des Schakals heimtückiſches Geſchrei würde ſanſte Melodie dünken. Eine graue wilde Ratte mit weißem Barte, aus einem verwitterten Dorngebüſch ſich ſtehlend, mit einem jungen Schneckenhauſe in den elfenbeinernen Zähnen, fletſcht ſie luſtig im Mondlicht. Das iſt ihre ein⸗ zige Geſellſchaft.
Der Morgen kommt, der friſche, erquickende Morgen, nach dem ſelbſt der Schuldbelaſtete ſeufzet. Der Morgen kommt, und alles wird wieder ſichtbar. Und das Licht fällt wie ein Siegel auf die Erde, und ihr Anblick iſt verwandelt wie Wachs durch den Stempel. Vor ihnen und zu ihrer Rechten die ſandige Wüſte, aber während der Nacht waren ſie der Gebirgskette näher gekommen, welche die Wüſte zur Linken begränzt, und wohin Alroy gleich anfangs ſein Roß gelenkt.
Dieſe Berge waren ein Theil des gewaltigen Elburs*), und als die Sonne ſich hinter einer hohen Gebirgsſpitze erhub, blieb das Roß plötzlich ſtehen und wieherte, als ob es nach Waſſer verlange. Aber Alroy, ſelbſt erſchöpft, konnte es nur mit Liebkoſungen beruhigen. Und das Roß, voll Muth's, verſtand ſeinen Herrn und wieherte wieder fröhlich.
Eine bis zwei Stunden lang zogen nun der Fürſt und ſein treuer Gefährte langſam einher, als aber der Tag weiter ſchritt, ward die Hitze ſo drückend, und der Durſt ſo übermannend, daß Alroy das Roß wieder nach den Gebirgen zu ſpornte, wo er eine Quelle zu finden gewiß war. Das Roß eilte willig vorwärts und ſchien ſeines Herrn Sehnſucht zu theilen, dieſe ſtarre, erſchöpfende Wüſte zu verlaſſen.
*) Gebirgskette, die an den Kaukaſus ſtößt, am kaspiſchen Meer hinzieht, und ſich an die öſtlichen aſiatiſchen Gebirge anſchließt.
—
T mit ſi laſſen madar ſprech vorzi Nacken u der bende Er ve gelang Er kn Hand frucht tief tauch ſer de s di Kopf an D
Herr nur:


