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David Alroy / frei nach dem Engl. von D'Israeli
Entstehung
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ähnlich, daß, als am verfloſſenen Paſſafeſt, ſie im Scherz meinen Turban um ihr anmuthiges Haupt wand, mein Oheim ſie David nannte. Die Töchter meines Stammes, ſie gefallen mir nicht, obgleich ſie für ſchön gelten. Wären unſre Söhne ſo tapfer wie dieſe reizend, ſo könnten wir noch tanzen in Zion. Aber oft habe ich gedacht, daß, wenn ich dieſe finſtre Stirn legen könnte an einen ſchneeigen Buſen, der mein wäre, und wohnen in der Wüſte, fern von dem Anblicke und der Kenntniß der Menſchen, und all' der Sorge und Mühe und dem Elende, das um mich ſtöhnt und ringt und ſeußzet, ich vielleicht frei würde von dieſer tiefen Empfindung übermannenden Weh's, das auf meinem Daſein laſtet. Fürwahr! Leben iſt nur ein Traum, und der meine ſollte ſchwer ſein.

2.

Außerhalb der Thore von Hamadan, in geringer Ent⸗ fernung von der Stadt, befand ſich ein eingeſchloſſener Raum, in deſſen Mitte ein altes Grabmal ſich erhob, der Sage nach das Grab von Eſther und Mardachai. Dieſer einſame, feierliche Ort war ein verborgener Lieblingsplatz für Alroy, und vom Mahle entfliehend eilte er eine Stunde vor Sonnenuntergang auch heut dahin.

Als er die ſchwere Thüre des Begräbnißplatzes auf⸗ ſchloß, hörte er Hufſchlag hinter ſich, und kaum hatte er ſie wieder geſchloſſen, rief jemand ihn an.

Er blickte auf und erkannte den jungen ſchwelgeriſchen Alſchiroch, den Befehlshaber der Stadt und Bruder des Sultans der Seldſchucken. Nur ein Mann zu Fuß war bei ihm, ein Araber, ſein verworfner Günſtling, der bekannte Diener ſeiner Ausſchweifungen.

Hund! rief der zornige Alſchiroch aus;biſt Du taub oder verſtockt? oder beides? Sollen wir unſre Sklaven zweimal rufen? Schließ dieſe Thür auf!