Teil eines Werkes 
3. Theil (1828)
Entstehung
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oder auf den großen Fluͤſſen im Weſten mit beinahe nicht groͤßerem Aufwand an Geld und Zeit, als die aus Ver mont, Maine und New⸗Hamſhire. Einer muß immer den Vortheil haben, daß er dem Mittelpunkt des Staa⸗ tes am naͤchſten iſt, und daran liegt ſehr wenig, ob er dem Virginier oder dem aus Ohio zukommt. Die ge⸗ genwaͤrtige Lage der Hauptſtadt iſt fuͤr den ſchnellen Ver⸗ kehr mit Europa guͤnſtiger, als wenn ſie mehr weſtlich waͤre, und da, wo die Stadt jetzt ſteht, liegt ſie dem Mittelpunkt der Intereſſen naͤher, als beinahe an jedem anderen Orte der Verbindung.

Waͤre der Plan, nachdem die Stadt angelegt iſt, ebenſo paſſend als ihre Lage, ſo wuͤrde man ſich mehr befriedigt fuͤhlen. Derjenige, der die Stadt anlegte, huldigte wahrſcheinlich ganz dem amerikaniſchen Charak⸗ ter, es laͤßt ſich aber kaum eine ungluͤcklichere Theorie denken, als die war, die er hier zu Grunde legte. Er ſcheint das Verhaͤltniß der Straßen und Haͤuſer verwech⸗ ſelt zu haben, denn er wuͤrde mit den Einen auf Ko⸗ ſten der Andern nicht ſo freigebig geweſen ſeyn, wenn er nicht geglaubt haͤtte, die Letzteren ſeyen nur Zugaben zu den Erſteren ſtatt umgekehrt, wie es uͤberall anderswo der Fall iſt; und doch hatten, wie mir ſcheint, Natur und Kunſt ſich vereinigt, um den richtigen Plan zu der Stadt anzugeben, wie ich Ihnen ſogleich zeigen werde.

Der Raum, den die Stadt Washington einnimmt, bildet ein ziemlich regelmaͤßiges Dreieck. Zwei Seiten deſ⸗ ſelben beſpuͤlen die zwei Arme des Potomac, die gegen Nordoſt und Nordweſt laufen. Auf der dritten Seite ſind ihrer Ausdehnung keine Grenzen geſetzt, indem das Land ſich in ſanften Schwellungen in die Hoͤhe zieht. Unter⸗ halb der Stadt bildet der Potomac einen großen Strom, und man kann ſeinen Lauf mehrere Meilen weit gegen Suͤden mit dem Auge verfolgen. Seine beiden Arme ſind beinahe eine Seemeile weit ſchiffbar. Zwei Meilen von der Stadt durchſchneidet der Hauptfluß(der weſtliche