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Neunter Brief.
An den Grafen Julius von Béthizy. (Vormaligen Oberſt der kaiſerlichen Garde.)
New⸗York,——
Ein Mann, der wie Sie, ſo lange in den hoheren Zirkeln der jetzigen Hauptſtadt der Welt geglaͤnzt, in den Hallen des Colliſeums oder auf den Hoͤhen der Akropolis ſeinen Geſchmack verfeinert und die Krone der Bau⸗ Kunſt, die Boͤrſe in Paris, ſo oft beſchaut haben muß, wenn Sie in's Innere eilten, um das Schickſal Ihres Einſatzes bei Herrn v. Villéle's dreiprocentigen Renten zu erfahren, mag ſich wohl von der Beſchreibung kunſt⸗ loſer Natur⸗Schoͤnheiten, eines republikaniſchen Geſell⸗ ſchaftszimmers, oder einer Promenade in einer Handels⸗ Stadt Nord⸗Amerika's, mit veraͤchtlichem Widerwillen abwenden. Allein Sie werden ſich erinnern, wie oft ich in Ihrer Geſellſchaft uͤber die Bruͤcke von Lodi ging, (mich duͤnkt, ich hoͤre noch die Kugeln pfeifen!) wie geduldig ich Ihre Sonnette auf Sophiens Reize anhorte, und wie gelaſſen ich zuſah, wenn Sie die Ueberreſte einer Paſtete bearbeiteten, ohne Ihnen auch nur einen Mundvoll des ſaftigen Stuͤckchens, ſelbſt wenn es das letzte war, zu mißgoͤnnen. Indem ich durch dieſe viel gepruͤfte, wie es ſcheint unerſchoͤpfliche Geduld mich be⸗ rechtigt glaube, will ich nun die Ihrige ermuͤden, indem ich Ihnen in meiner fluͤchtigen Manier eine Schilderung der Sitten und der Lebensweiſe der ehrſamen Buͤrger in New⸗York gebe.


