—————
956
Giulio, gleichſam dem Statthalter gegenüber von dem Mi⸗ niſter Olivarez füt ehrlich erklärt, trat in den Staatsdienſt.
Er leitete die Geſchäfte Don Herandez's gewiſſenhaft und mit vielem Eifer zur Zufriedenheit des Landes und der Re⸗ gierung.
Sechs Monate nach dem Tode ſeines Vaters fand ſeine Trauung mit der Prinzeß Leonore in der Kirche del Carmine unter großem Pompe ſtatt.
Trootz ſeines Glückes aber beſchlichen ihn traurige Gedanken in der Erinnerung an ſeinen einſt an dieſer Stelle ſo hart be⸗ drängten Vater.
Endlich ſollte die Verwaltung des Landes in andere Hände übergehen, um die Ruhe dauernd feſtzuſtellen.
Der Winter ging vorüber— dem Frühling war der Som⸗ mer gefolgt, als der neue Statthalter, Don Juan de Auſtria, eintraf.
Der Herzog von Arcos verließ Neapel; er ſchied von einem fluchenden Volke und fand einen unfreundlichen Empfang bei einem Hofe, der ihn mißachtete.
Giulio blieb als Miniſter in Neapel zurück und lebte glück⸗ lich an Leonore's Seite, welche ihm einen Sohn geſchenkt hatte.
Oft erinnerten ſich die Gatten jetzt in glücklicheren Tagen
mit einer gewiſſen freudigen Genugthuung der verlebten ſtürmi⸗
ſchen Zeiten.
Ende.
Druck von W. Moeſer in Berlin.


