Teil eines Werkes 
3. Bd. (1865)
Entstehung
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Der geſchmeidige Statthalter ließ ſich augenblicklich bereit finden, dem Andenken des berühmten Todten zu huldigen. Er befahl den Leichnam auszugraben und feierlich auszuſtellen und es wurden wahrhaft großartige Vorbereitungen getroffen, ihn mit königlichen Ehren wieder zu beſtatten.

Maſaniello erhielt auch ſeine Leichenrede, ein Meiſterſtück von aufregender und rühmender Beredtſamkeit, wie es nur Pietro hätte machen können, wenn er noch am Leben geweſen wäre.

Man hielt ſie auf dem Platze vor der Kirche del Carmine und ſie machte einen tiefen Eindruck.

Das Volk, beſchämt über ſeine Undankbarkeit, ſagt ein Zeit⸗ genoſſe, war bis zu Thränen gerührt.

Man folgte dem Redner und ſuchte die Ueberreſte des Wohl⸗ thäters und Freundes ſeiner Mitbürger zuſammen.

Der Leichnam wurde in den Fluthen des Sebeto bei Ma⸗ ſaniello's Heimath gewaſchen, der Kopf von der Stelle genom⸗ men, wo ſeine Feinde ihn zum Geſpött aufgeſteckt hatten, und

mit dem Leichnam vereinigt, den man in ein Tuch von weißer

Seide hüllte.

Glücklich war der, welcher die Hand oder den Fuß des Todten berühren durfte.

Die Weiber weinten und ſtießen ein Klagegeſchrei aus, be⸗ ſtreuten ihn mit Blumen, prieſen ihn als einen Heiligen und be⸗ rührten ſeine Augen und ſeine Stirn mit ihren Roſenkränzen, die ſie dann andächtig küßten.

Die blinden Bettler belagerten die Eingänge der Kirchen.

Für wen ſollen wir zu dem heiligen Maſaniello beten? riefen ſie.

Es meldeten ſich Viele, welche von dieſem Anerbieten Ge⸗ brauch machen wollten und warfen den Bettlern eine Gabe hin.

Die bedeutendſten Künſtler malten Maſaniello's Bildniß und Andere modellirten es in Wachs.

Solche Portraits wurden um jeden Preis gekauft.

Der Leichnam Maſaniello's war einen ganzen Tag in der Kirche del Carmine ausgeſtellt und dann erfolgte das feierlich⸗ Begräbniß.

Man trug die Leiche auf einer mit koſtbarem Sammet be deckten Bahre.