Teil eines Werkes 
3. Bd. (1865)
Entstehung
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Sein Geiſt iſt zerrüttet.

Ich habe ſoeben in der Kirche der heiligen Anna die

Kunde davon vernommen. Ach Gott, ſie haben ihn wahnſinnig gemacht, ſeufzte Livia mit thränenvollen Blicken, während Thereſia ſich über das Lager beugte und einen ſanften Kuß auf die Lippen ihres Bru⸗ ders drückte.

Heilige Jungfrau, ſteh ihm bei, flehte Livia und beſcheide ihm ein ſanftes Ende.

Seit wann iſt mein armer Brnder ſo krank?

Er war ſchon leidend, aber ſeit ſeinem erſten Beſuche bei dem Statthalter hatte ſich das Leiden zum vollendeten Wahn⸗ ſinne geſtaltet er behauptete, daß Don Herandez ihm Gift in das Ohr geträufelt habe.

Thereſia fuhr zuſammen und wurde aufmerkſamer.

Armer Bruder, ſagte ſie dann in wehklagendem Tone Du wirſt wahr geſprochen haben, ja, Herandez iſt ein elender Böſewicht, der uns Beide vernichten wollte er ſterbe!

In dieſem Augenblick ließ ſich ein lautes Geſchrei verneh⸗ men, man hörte deutlich Stimmen, welche nach Maſaniello's Befinden forſchten.

Thereſta zögerte einige Augenblicke, ſie überlegte und ſchien dann einen Entſchluß gefaßt zu haben, küßte noch einmal ihren Bruder, preßte Livia an ihr Herz und ſtürzte hinaus.

Ein lärmender Haufe ſtand vor der Thür, unter den Erſten gewahrte Thereſia einen zerlumpten Lazzarone.

Du biſt ein ſehr armer Mann? redete Thereſia die⸗ ſen an.

Corpo di Diol Ja, das bin ich.

Dir kann geholfen werden.

Wodurch?

Thereſia flüſterte ihm einige Worte zu, und ein freudiges Lächeln verbreitete ſich über die Züge des Mannes.

Bas Bpfer von Amalfi.(Bd. III. 18) 59