——
Körben auf beiden Seiten eines Eſels im Gleichgewichte getra⸗ gen wurden.
Die Diener waren zu Fuß und ſtark bewaffnet hinter der Sänfte gefolgt, während die Soldaten den Reiſezug eröffneten.
Die Diener beſetzten ſehr geräuſchvoll das Haus und verkündeten mit großem Geſchrei im Innern die Ankunft der Tochter des Vicekönigs von Neapel, welche nach ihren Gütern in der Gegend von Coſenza reiſen und dieſe Oſteria beehren wolle, um hier Nachtquartier zu halten.
Der Reiſezug hatte nicht in dieſer Weiſe Neapel verlaſſen. Alle Diener, wie Zofen und Soldaten, welche Leonore's Gefolge ausmachten, mußten ſich einzeln und zwar als Mönche verkappt aus Neapel begeben.
Selbſt Leonore mußte ſich ſo entfernen, und erſt kurz vor der Grotte der heiligen Anna, wo ſie ihrem Gefolge geboten hatte, ſich zu ſammeln, hatten Alle die läſtige Mönchtracht ab⸗ gelegt.
Bis hierher mußte man die Reiſe zu Fuß zurücklegen— aus Puzzuola waren indeſſen während des Aufenthaltes Leonore's in der Grotte, die Sänfte, Eſel und Maulthiere herbeigeſchafft worden, und ſo gelangte denn der Zug am nächſten Abend in dieſe Gegend.
Was die Bekanntmachung der Ankunft der Prinzeß in der
Oſteria betrifft, ſo ward dieſe von den Dienern abſichtlich mit
großem Geſchrei publicirt.
In Neapel und in der nächſten Umgebung der Stadt wür⸗ den ſie ſich gehütet haben, dies zu thun, hier aber glaubten ſte es um ſo mehr wagen zu dürfen, weil ſie auf die frühere Anhänglichkeit dieſer Provinzen noch rechneten und weil, wie ſie hofften, bis in dieſe Gegend das Gerücht von der Empörung noch nicht gedrungen wäre.
Als der Mönch dieſe Anmeldung hörte, zeigte ſich eine eigen⸗ thümliche Veränderung in ſeinen Zügen, die aber bald wisder 4
verſchwand. Bereitwillig räumte der Wirth das einzige gimmer ein,
und zur Aufnahme von vornehmen Gäſten eingerichtet war. Er ſchwur heim heiligen Nicolao von Coſenza, daß ſelbſt im königlichen Palaſte zu Neapel kein ſchöneres Zimmer zu fin⸗
welches ſich außer der großen Gaſtſtube in dieſer Berr befand
„ 1


