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unter keinen Umſtänden entſchließen, als Edelmann die Rolle eines Henkers zu ſpielen, verſetzte der Statthalter mit ungemei⸗ ner Ruhe.
— Wahr, ſagte der Herzog; aber auf welche Weiſe wollen Sie denn enden?
— Durch Gift!
— Ich würde Ihnen gern dienen, aber ch beſitze es nicht.
— Sie kennen einen Apotheker in Averſa, der Gifte berei⸗ tet, welche nicht ſogleich tödten, ſondern allmäligen Wahnſinn herbeiführen, der ſich dann ſteigert, bis das Opfer ſtirbt— Sie ſelbſt ſagten mir dies einſt.
— Ja, ich erinnere mich, ſagte der Herzog erbleichend, ich wollte ſie— tödten— o der Geheimſchreiber, ſchrecklich, ſchreck⸗ lich— Sie wollten ſich dieſe Qualen bereiten? wendete er ſich dann laut zu dem Statthalter, der ihn mit lauernden Blicken betrachtet hatte.
— Sie werden begreifen, daß ein Tyrann ſolche Strafe verdient.
— Ja, Sie verdienen mehr—
— Das Gift hat alſo die Eigenſchaft, daß man ſeine Spu⸗ ren an der Leiche nicht entdecken kann und giebt den Anſchein, als wäre das Opfer auf natürliche Weiſe geſtorben.
— Und Sie ſollen ja eben unnatürlich ſterben, Hoheit, zum Triumphe des Volkes und als Beiſpiel für alle Tyrannen.
— Sie irren, wenn Sie glauben, daß ſolche Beiſpiele die Tyrannen abſchrecken, im Gegentheil, ſie werden dieſe nur mehr erbittern und alle Fürſten der Nachbarſchaft würden für den Tod des Regenten an dem Volke von Neapel furchtbare Rache nehmen.
— Das Land würde mithin noch unglücklicher ſein.
— Alſo wie heißt der Apotheker?
— Leonardo Santonini.
— Gut, ſagte der Herzog mit einem Ausdruck der Befrie⸗ digung, und er iſt in Averſa bekannt?
— Jedes Kind wird Ihnen den alten Giftmiſcher nennen.
— Ich will ſogleich zu ihm und mir das Gift reichen laſ⸗
ſen, ſagte der Statthalter mit argiiſtigem Lächeln, indem er ſich
entfernen wollte.
— Halt, rief der Wahnſinnige, dem etwas in den Mienen
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