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Sie ſchloſſen daraus, daß an ſolchen Orten der Schöpfer und ſein Geſchöpf in leine unmittelbarere und genauere Berüh⸗ rung kämen, daß der Menſch alſo hier Offenbarungen, geheime Winke und Orakelſprüche ſuchen müſſe.
So iſt die Grotte des Pauſilippo, mag ſie auch Men⸗ ſchenwerk ſein, niemals für einen Wanderer, der edlerer Regun⸗ gen fähig, inm geblieben.
Da unſere Helden in dieſer berühmten Höhle eines Berges ſich treffen werden, welche das Grab Virgils enthält, ſo dürfte es vielleicht von Intereſſe ſein, Einiges darüber zu erfahren.
Sie liegt weſtlich von Neapel, auf dem Wege nach Baja und geht gerade durch einen Berg, deſſen Gipfel von Pomme⸗ ranzen, Weinſtöcken und Pappeln bedeckt, eine liebliche, frucht⸗ bare Landſchaft bildet.
Kaum hatte der ſpätere Conſul Agrippa im Jahre 31 vor Chriſto die Schlacht bei Actium gewonnen, kaum durch die Kraft und das Uebergewicht ſeines Charakters mehrere unruhige Pro⸗ vinzen beſchwichtigt, als er groß im Frieden wie im Kriege, ſeine ehrenvolle Ruhe dazu verwandte, im Schoße der Städte Reinlichkeit und friſche Luft durch koſtbare Waſſerleitungen zu verbreiten, die ſchönſten Denkmäler Italiens zu bauen und zwiſchen den verſchiedenen Theilen des Reiches eine leichte Verbindung auf Straßen ober⸗ und unterhalb der Erde zu ſchaffen.
Sein Genie führte, ſo zu ſagen, mit einer Hand das Pan⸗ theon auf, und mit der andern durchbohrte er den Berg zwiſchen Neapel und Puzzuola, daß beide Städte ſich einander die Hände reichengfonnten.
Hier haben wir alſo den Urſprung von der Höhle des Pauſilippo.
Sie iſt in einen Felſen von fünfhundert Ellen Länge ge⸗ hauen und hat verhältnißmäßige Breite, um Raum für zwei nebeneinander fahrende Wagen zu gewähren.
Von einem Orte zum andern ſind Höhlungen angebracht, die Luft und Licht oben von der Spitze des Berges erhalten.
Epheu, Zweige des wilden Feigenbaumes, tauſend kriechende Gewächſe ſchleichen mitten durch dieſe Oeffnungen hinein und ihre grünenden Kränze ſtehen mit dem grauen Felſengewölbe in ſeltſamem Widerſpruch.


