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Opferfreudigkeit, die er bei der Rettung der Prinzeß bewies, ihn nicht hat hinrichten laſſen,— ich hörte vor etwa einer Stunde aus ſeinem eigenen Munde, daß er Neapel verlaſſen wird, um ſich nach Madrid zu begeben um dort bei Hofe wohl Beſchwerde gegen das Regiment meines Schwagers, mithin auch gegen Sie zu erheben.—
Er hat Worte geſprochen, die mir durch Mark und Bein gingen, ich habe deshalb an den Miniſter Oli⸗ varez, meinen vertrauten Freund, geſchrieben, dem ich den Prinzen Caraffa in ſeiner wahren Geſtalt geſchil⸗ dert habe. Dieſer wird nun hoffentlich dafür Sorge tragen, daß dieſer Rebell Madrid— nie wieder ver⸗ laſſe.
Wollen Sie auch Ihrerſeits einige Zeilen in dieſer Angelegenheit an den Miniſter richten, ſo bleibt Ihnen dies unbenommen, jedenfalls bitte ich Sie, meinen Brief, ſobald als möglich, auf diplomatiſchem Wege an ſeine Adreſſe gelangen zu laſſen, damit er früher in Madrid eintreffe als— der Prinz.
Neapel, in den Schreckenstagen des Juli 1647.
Tortoſa.
Bleich wie der Tod legte Herandez das Schreiben wieder aus den Händen und richtete jetzt jene uns bereits bekannten Zeilen an den Schwager des Statthalters, welche er deſſen Die⸗ ner übergab, der ſich ſogleich damit entfernte.—
Unruhig ging der Miniſter auf und nieder; ſein Antlitz verrieth alle Schrecken eines böſen Gewiſſens, wie alle Spuren der in ſeiner Bruſt tobenden Dämonen des Haſſes und der Rache.
Er lachte plötzlich hell auf— das Lächeln in dem ſonſt kal⸗ ten, teufliſchen Antlitz dieſes Verworfenen, erſchien wie eine Ironie auf die Heiterkeit überhaupt und ließ ſeine Häßlichkeit noch mehr hervorſtechen. 6
— Ich habe einen Gaſt im Hauſe, der mir jetzt mehr nützen kann als ſeine Hoheit der Vicekönig und alle ſeine Räthe, ſagte er.


