Teil eines Werkes 
2. Bd. (1865)
Entstehung
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Als dieſe Angelegenheit erledigt war, lenkte Maſaniello ſeine Aufmerkſamkeit auf einen nicht minder wichtigen Gegenſtand.

Dieſer war von der Art, daß man ſich höchlichſt wundern mußte, wie ein unwiſſender Fiſcher von kaum fünfundzwanzig Jahren auf ſolche Anſichten kommen konnte.

Er befahl nämlich, daß die gewöhnlichen Gerichtshöfe ihre Sitzungen fortführen, aber er ernannte ein beſonderes Gericht, in welchem er ſelber den Vorſitz führen wollte, um jede gegen Privatperſonen oder gegen die Geſammtheit begangenen Unbill zu richten, die ſchnellere Erledigung verlangte.

Wie wir bereits wiſſen, hatte er Pietro zu ſeinem Geheim⸗ ſchreiber ernannt, da er ſelber weder leſen noch ſchreiben konnte.

Er umgab ſich ferner mit Sachwaltern, Lieferanten, Buch⸗ druckern, kurz mit dem ganzen Zubehör der vollziehenden Gewalt.

Alle dieſe Angelegenheiten ordnete er auf die ihm eigen⸗ raſche und beſtimmte Weiſe.

Auf dem Wege zu Celeſto, den er in Regierungsangelegen heiten ſprechen wollte, trat raſch ein Mann zu ihm.

Eine Abtheilung von fünfhundert deutſchen Soldaten beſinder ſich auf dem Wege nach Neapel, meldete dieſer.

Von welcher Richtung her?

Aus der Richtung von Pozzuola! antwortete der Fremde.

Ich ſage Dir im Namen der Volksregierung Dank, Neapolitaner, verſetzte er, reichte jenem die Hand uud ging weiter.

Maſaniello handelte ſogleich.

Seine Boten flogen durch das Gedränge in den Straßen, während er ſelber vorwärts eilte, ohne zu bedenken, wer ihm folgte, um dem Kriegsvolk entgegen zu gehen.

In jeder Straße, durch welche er kam, ſchallten ihm laute Grüße entgegen.

Brüder, Neapolitaner! rief er mit lauter Stimme, es nahen feindliche deutſche Schaaren unſerer Stadt, wir haben Waffen in Händen, auf, laßt uns ihnen entgegeneilen, um ſte, falls ſie ſich nicht ergeben, zu vernichten, ohne Erbarmen nieder⸗ zumetzeln.

Nieder mit den Feinden, mit den Kriegsknechten des Königs, ertönte es von allen Seiten, der freie Neapolitaner dul⸗ det keine Zuchtruthe mehr.