Teil eines Werkes 
2. Bd. (1865)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Während der erſten Stunden des Tages eilten Boten mit friedlichen Anträgen zwiſchen dem Caſtel Nuovo und dem Platze del Carmine hin und her.

Dieſe verkündigten die Ankunft bald eines, bald des anderen Edelmannes, deſſen Namen für beliebt gehalten werden konnte.

Jeder der Boten betheuerte zügleich die Bereitwilligkeit ſeiner Hoheit, die Wünſche des Volkes im naazſen Sinne des Wortes zu erfüllen.

So erſchien zuerſt der Prinz von Süriano, dem der Prinz von Monteſarchio folgte/ beide ausgezeichnete Männer, die ſpääter in der Geſchichte ihres Baterlandes eine Rolle ſpielten.

Jetzt ließen ſie ſich ungern, herab, in einen Bürgerzwiſt ſich einzumiſchen, bei dem ihr! Dazwiſchentreten auch noch unwill⸗ kommen war.

Im Uebrigen war ihte Herablaſſung erfolglos.

Maſaniello brachte den Inhalt ihrer Botſchaft zu Celeſto, und der Pöbel ward angewieſen, nur auf die Borzeigung des volksfreundlichen Freibriefs Karl V. zu beſtehen.

Dieſer ſollte mit alterthümlichen, goldenen Buchſtaben ge⸗ ſchrieben und die einzige echte Abſchrift der alten Vorrechte ſein.

Die Edelleute erboten ſich, auf das Evangelium zu ſchwören, daß nach ihrem beſten Willen die von ihnen vorgezeigten Ur⸗

kunden die verlangten Vorrechte wären, aber man bezweifelte

dies, indem ſtürmiſch die echte Abſchrift beanſprucht wurde. Vergebens ließ der Herzog von Arcos ſein Ehrenwort ver⸗

pfänden, daß er redlich gegen das Volk handelte und ihm von

dem Vorhandenſein der verlangten Urkunde nichts bekannt ſei. Man antwortete, Celeſto, der ehemalige Sachwalter des

Volkes hätte die Abſchrift unter der Regierung des Herzogs von

Oſſuna mit eigenen Augen geſehen ſie befände ſich in dem königlichen Archive, im Thurme von San Lorenzo aufbewahrt, falls der Herzog von Arcos ſie nicht zu entdecken wüßte, würde man ſchon Anſtalten treffen, ſie zu finden.

Dieſe Antwort war natürlich keine angenehme, die beiden Edelleute wurden unglimpflich zurückgewieſen.

Vorwärts, vorwärts! ſchrieen mehrere verwegene Kerle, welche ſich dicht an die Roſſe der Prinzen drängten; ſagt ſeiner Hoheit, daß wir nicht die Leute ſind, jetzt noch etwas auf dero Ehrenwort zu geben, dies haben wir ſchon öfter gehört, ihm

2