Teil eines Werkes 
[1. Bd.] (1865)
Entstehung
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Ein wahrhaft kühner Angriff macht auf dieſe feigen Ver⸗ brecher immer einen niederdrückenden Eindruck.

Voll Entſetzen wichen ſie zurück, doch bald ſahen ſie, daß ſie hier mindeſtens nur einen einzelnen Feind zu bekämpfen hatten.. Unter furchtbarem Fluchen und ſchrecklichen Geberden zuck⸗ ten ſie die Meſſer und umſchlichen mit lauernden Blicken den kühnen Kämpfer, um ihm von hinten einen Stoß beizubringen.

Dooch Niemand wagte ſich näher in den Zauberkreis des furchtloſen Mannes, der jetzt einer ganzen Welt zu trotzen wagte, da es die Retttung eines wehrloſen Mädchens betraf, eines Mädchens, das ſeinem Herzen ſo theuer war.

Aber wohl auch Entrüſtung über die von dieſem Geſindel ihm zu Theil gewordene ſchmachvolle Behandlung mochten ihn zu Rachegefühlen geſtimmt haben.

Da plötzlich ſtieg einer der Banditen in eine Niſche, deren Marmorſtatue zertrümmert war und legte ein Feuerrohr, daß er

irgendwo ergattert hatte, auf ihn an.

Macht Platz! ſchrie er, auf dieſen Schuß ſoll er fallen und wenn er der Teufel ſelbſt wäre ich habe eine geweihte Kugel eingeladen und einen Zahn vom heiligen Antonius.

Auf der entgegengeſetzten Seite wich die Menge zurück, aber

ſchneller noch, als der Drohende abdrücken konnte, hatte Giulio den Karabiner umgewendet und ihn mit einer Geſchwindigkeit,

die dem Zucken des Blitzes glich, von der Höhe herabgeſchoſſen, ſo daß er laut heulend auf das Quaderpflaſter des Bodens niederſtürzte. 3

Den Augenblick der Betroffenheit benutzte Giulio und eilte die Treppe hinauf.

Ein ſchrecklicher Anblick bot ſich ihm hier.

Umgeſtürzte, zertrümmerte Möbel zerriſſene Tapeten und

Gardinen lagen zerſtreut umher und er mußte ſich mühevoll den

Weg nach den Gemächern bahnen. Alle Thüren waren geöffnet er trat in das erſte Zimmer es bot in nicht geringerem Grade einen Anblick der Ver⸗

wüſtung.

Nachdem er eine lange Reihe von Gemächern durchſchritten,

kam er in den großen Saal, am Boden lagen Banditenleichen,